Der Verdon hat in den Kalkstein der oberen Provence einen fast siebenhundert Meter tiefen Canyon gegraben — die größte Schlucht Europas und die seltsamste Farbe. Der Fluss strömt in einem unwirklichen Grün-Türkis aus Gletscherschmelze und den Mineralien des Gesteins, tief genug unter dem Rand, dass er von der Straße wie gemalt wirkt.
I. Die Straße am Rand
Zwei Straßen folgen der Schlucht. Im Norden schlängelt sich die Route des Crêtes aus La Palud-sur-Verdon an einer Reihe von Aussichtskanzeln entlang, jede ein jäher Sturz auf den Fluss; im Süden verläuft die Corniche Sublime über die andere Lippe. Fahren Sie langsam, halten Sie oft, und halten Sie nach den Geiern Ausschau — Gänsegeier, hier wieder angesiedelt, segeln an klaren Tagen über dem Canyon.
„Der Fluss hat die Farbe, die nichts Natürliches haben sollte, und er ist ganz und gar natürlich.“
II. Der See von Sainte-Croix
Wo sich die Schlucht öffnet, speist der Fluss den Lac de Sainte-Croix, ein weites glasgrünes Becken hinter einem Staudamm. An der Brücke unterhalb von Galetas kann man mit Tretboot oder Kajak bis in die Mündung des Canyons selbst hinauffahren — die Wände schließen sich oben, das Wasser kalt und klar, die Schwimmer kehren um, wo die Strömung anzieht.
III. Moustiers, an seinem Stern aufgehängt
Am Westtor der Schlucht stürzt Moustiers-Sainte-Marie einen Spalt der Felswand hinab, ein goldener Stern an einer Kette zwischen den beiden Felswänden darüber gespannt — ein Gelübde, so die Erzählung, über Jahrhunderte gehalten. Eines der Plus Beaux Villages de France, fertigt es seit dem 17. Jahrhundert feine Fayence, und die Werkstätten stehen entlang seiner steilen Gassen noch offen.