Saint-Paul-de-Vence liegt in seinen Mauern aus dem 16. Jahrhundert auf einem Kamm in den Hügeln hinter Nizza — ein einziges Oval honigfarbener Häuser, das man in zwanzig Minuten umrundet und in dem man den ganzen Tag bleibt. Ein Jahrhundert lang war es das Dorf der Maler, und es hat das Handwerk nie ganz losgelassen.
I. Innerhalb der Mauern
An jedem Ende ein Tor, eine Hauptgasse und ein Gewirr von Treppengassen dazwischen — Saint-Paul ist zum Gehen gemacht und zu nichts sonst. Die Mauern entstanden unter Franz I.; von den Basteien fällt der Blick über terrassierte Hügel bis zum Meer. Die Galerien sind heute dicht, vielleicht zu dicht, doch steigen Sie früh hinauf, und der Stein, die Brunnen und das abgetretene Pflaster sind noch das Dorf, das die Maler kannten.
„Sie zahlten ihr Abendessen mit Gemälden, und die Wände waren nie mehr wert.“
II. La Colombe d’Or und die Maler
Gleich vor dem Tor begann La Colombe d’Or als schlichtes Gasthaus und wurde Legende: In den mageren Jahren beglichen Matisse, Picasso, Braque und andere ihre Rechnung mit Werken, und Saal und Garten tragen noch, was sie zurückließen. Man braucht einen Tisch, um es zu sehen — doch das Dorf selbst trägt dieselbe Geschichte leichter, in Ateliers und kleinen Galerien jeder Gasse.
III. Die Fondation Maeght
In den Pinien über den Mauern steht die Fondation Maeght, eines der schönsten privaten Museen moderner Kunst Europas — ein Bau, mit den Künstlern selbst entworfen, ein Giacometti-Hof, ein Miró-Labyrinth, Mosaiken von Chagall und Braque. Chagall, der hier jahrelang lebte, ruht auf dem Dorffriedhof; der ganze Hang ist am Ende ein langes Plädoyer für das 20. Jahrhundert.