Zwischen Marseille und Cassis bricht die Küste in die Calanques — schmale Buchten, tief in den weißen Kalkstein geschnitten, jede ein Splitter grünen Wassers zwischen Felswänden. Sie bilden einen Nationalpark, den einzigen Europas, der Land, Küste und offenes Meer zugleich umfasst, und in die meisten gelangt man nur zu Fuß oder per Boot.
I. Der Hafen und die Felsen
Cassis selbst ist ein Fischerhafen, sanft dem Vergnügen zugewandt — Pastellhäuser ums Becken, Boote auf dem Wasser, die große rote Wand des Cap Canaille, eine der höchsten Meeresklippen Frankreichs, dahinter aufragend. Der Weißwein der umliegenden Terrassen wird kühl entlang des Kais ausgeschenkt, und die Morgenboote legen von hier zu den Buchten ab.
„Ein in weißen Stein geschnittener Fjord, gefüllt mit Wasser in der Farbe von Flaschenglas.“
II. Von Port-Miou nach En-Vau
Die drei bekanntesten Calanques liegen westlich der Stadt: Port-Miou, eine lange geschützte Bucht voller vertäuter Boote; Port-Pin, mit einem kleinen, von Pinien gesäumten Strand; und En-Vau, die schönste und am schwersten erreichbare, ein blasser Kiesstrand am Fuß senkrechter Wände. Der Weg dauert gut zwei Stunden je Richtung über weißen Fels — nehmen Sie Wasser und gutes Schuhwerk mit.
III. Den Park begehen, und seine Regeln
Die Calanques sind fragil und brandgefährdet, und im Hochsommer ist der Zugang zu Fuß je nach Wind und Risiko eingeschränkt oder gesperrt — der Park veröffentlicht jeden Morgen die Karte des Tages. Gehen Sie im Frühling oder Herbst, wenn Sie können: kühleres Wandern, klareres Wasser und die Felsen für sich allein. Per Boot vom Hafen sieht man ihre ganze Reihe an einem Nachmittag.