Les Baux reitet auf einem Sporn weißen Fels im Herzen der Alpilles, Dorf und Burgruine so mit dem Stein verschmolzen, dass man von unten nicht sagen kann, wo die Klippe endet und die Mauern beginnen. Es ist eines der Plus Beaux Villages de France und gab dem hier zuerst gefundenen Mineral seinen Namen — Bauxit, dem Erz des Aluminiums.
I. Die Festung auf dem Fels
Das Château des Baux breitet sich über den Kopf des Sporns, eine riesige mittelalterliche Ruine aus Türmen, Bergfried und in den Fels gehauenen Kammern, Belagerungsmaschinen auf den Terrassen und die ganze Ebene der Alpilles, die unten abfällt. Darunter ist das eigentliche Dorf eine einzige ansteigende Gasse aus honigfarbenem Stein, Renaissancehäusern und kleinen Plätzen — am besten früh begangen, ehe der Tag sie füllt.
„Man kann nicht sagen, wo die Klippe endet und die Burg beginnt — es ist derselbe weiße Stein.“
II. Die Carrières de Lumières
Gleich unter dem Dorf sind die alten Kalksteinbrüche — Galerien, in zehn Meter hohe weiße Wände geschnitten — zu den Carrières de Lumières geworden, wo das ganze Werk eines Malers über Boden, Wände und Gewölbe projiziert wird, zu Musik. Van Gogh, Cézanne, Klimt: jedes Jahr füllt eine neue Schau die Höhle mit bewegter Farbe. Es ist das außergewöhnlichste Kunsterlebnis des Südens und der kühlste Ort an einem heißen Tag.
III. Die Alpilles ringsum
Les Baux liegt im Herzen der Alpilles, des kleinen trockenen Kalksteinzugs aus Olivenhainen und Garrigue, der eines der feinsten Olivenöle Frankreichs gibt, die AOC Vallée des Baux. Saint-Rémy-de-Provence liegt fünfzehn Minuten nördlich; das ganze Massiv ist von Wander- und Radstraßen zwischen Pinien und Fels durchzogen.