Saint-Rémy liegt am nördlichen Fuß der Alpilles, eine runde Altstadt, von platanenbeschatteten Boulevards umfasst, mit einem der schönsten Mittwochsmärkte der Provence. Es ist die Geburtsstadt des Nostradamus — doch die Namen, die die meisten Besucher anziehen, sind ein niederländischer Maler und eine begrabene römische Stadt gleich südlich der Mauern.
I. Die Altstadt und ihr Markt
Innerhalb der Ringboulevards ist die Altstadt ein Knoten aus Gassen, Brunnen und Renaissance-Stadtpalais, mehrere heute kleine Museen und Galerien. Am Mittwoch füllt sich das ganze Zentrum mit Ständen — Oliven, Melonen, Leinen, die Erzeugnisse der Alpilles — in dem, was für viele das Urbild des provenzalischen Marktmorgens ist.
„Hier malte er die Olivenbäume und den Nachthimmel, im letzten guten Jahr seines Lebens.“
II. Van Gogh in Saint-Paul
Gleich südlich der Stadt war das Kloster Saint-Paul-de-Mausole die Heilanstalt, in der Vincent van Gogh ab 1889 ein Jahr verbrachte und mit außerordentlicher Kraft malte — die Schwertlilien, die Olivenbäume, die Zypressen und die wirbelnde Nacht, die zur Sternennacht wurde. Sein Zimmer und der ummauerte Garten sind offen; die Felder, die er malte, umgeben sie noch.
III. Glanum, die begrabene Stadt
Neben dem Kloster stehen Les Antiques — ein Triumphbogen und ein Mausoleum, die besterhaltenen römischen Monumente ihrer Art in Frankreich — und dahinter die ausgegrabene Stadt Glanum, eine griechisch-römische Stadt mit Forum, Tempeln und Quelle, im Tal freigelegt. Wenige Orte versammeln zweitausend Jahre und das Auge eines Malers in so kurzem Gang.