Marseille wurde vor sechsundzwanzig Jahrhunderten von griechischen Seefahrern gegründet und hat nie aufgehört, ein Hafen zu sein — laut, salzfleckig, unmöglich aufzuräumen und ganz und gar es selbst. Der Vieux-Port ist noch immer sein Herz, ein Wasserrechteck, an dem die Fischerboote anlanden und an dem die ganze Stadt vor dem Mittag vorbeizukommen scheint.
I. Der Alte Hafen und der Morgenfisch
Am Kopf des Kais verkauft der Fischmarkt den Morgenfang direkt von den Booten — Drachenkopf und Meeraal für die Bouillabaisse, den großen Safran-Felsfisch-Eintopf der Stadt. Darüber spiegelt ein Schirmdach von Norman Foster die Menge kopfüber; dahinter beginnen die Cafés und der lange Anstieg der Stadt.
„Erst ein Hafen, dann eine Stadt — und sie wollte es nicht anders.“
II. Le Panier und das MuCEM
Nördlich des Hafens ist Le Panier das älteste Viertel, ein Hügel aus wäschebehängten Gassen und bemalten Läden, der zur Vieille Charité hinaufsteigt. An der Hafeneinfahrt steht das MuCEM — Museum der Zivilisationen des Mittelmeers — in einem schwarzen Betongitter, über einen Steg mit dem alten Fort Saint-Jean verbunden, die neue Stadt im Handschlag mit der alten.
III. Notre-Dame und das Meer
Über allem wacht Notre-Dame de la Garde, die goldene Madonna auf dem höchsten Hügel, von jedem Seemann beim Auslaufen erblickt, die ganze Stadt zu ihren Füßen. Von der Corniche darunter läuft die Straße südwärts zur Fischerbucht des Vallon des Auffes und weiter zu den weißen Wänden der Calanques.