Ein kahler weißer Kalksteinberg, der sich über grüne Hügel erhebt
Fotografie — Mont Ventoux, Vaucluse
Die große Reportage · Vaucluse

Der Mont Ventoux, der Riese der Provence

Ein kahler weißer Gipfel, der im August schneebedeckt wirkt, eine Legende der Tour de France und Lavendelplateaus zu seinen Füßen. Der Mont Ventoux, im Vaucluse.

Von der RedaktionMont Ventoux, Vaucluse
Frühjahr 20268 Min. Lesezeit

Man sieht den Mont Ventoux aus der halben Provence — ein einzelner blasser Berg abseits jeder Kette, sein Gipfel eine Wüste aus weißem Kalkschotter, so grell, dass er im Hochsommer schneebedeckt wirkt. Mit 1.909 Metern ist er der Riese der Region, und sein Name sagt den Rest: der ventoux, der Windige.

I. Der kahle weiße Gipfel

Der Wald steigt die unteren Hänge hinauf und hört dann einfach auf, und die letzten Kilometer zum Gipfel sind nur kahler, gebrochener Stein, gefegt von einem Wind, der mit über dreihundert Stundenkilometern gemessen wurde. Vom Observatoriumsturm am Gipfel reicht der Blick bis zu den Alpen, zur Rhône und, an den klarsten Tagen, zu einer fernen Linie des Meeres.

„Ein Berg ohne Schnee, der den ganzen Sommer weiß wirkt — der Wind hält ihn kahl.“

Aus dem Notizbuch
Ein kahler Schotterhang, der zu einem Gipfelturm ansteigt
Die letzten Kilometer — weißer Schotter und der Gipfelturm, vom Wind gefegt.

II. Der Berg der Tour

Die Tour de France machte den Ventoux zum Ort der Legende und einmal der Tragödie — der englische Fahrer Tom Simpson starb 1967 nahe dem Gipfel, und sein Denkmal zieht noch immer Radfahrer an, die im Vorbeifahren eine Trinkflasche oder eine Mütze niederlegen. Drei Straßen führen hinauf, von Bédoin, Malaucène und Sault; man kommt aus aller Welt, um wenigstens eine zu bezwingen.

Eine Straße, die sich einen kahlen Berg unter weitem Himmel hinaufwindet
Der Anstieg von Bédoin — der Wald, dann die weiße Wüste des Gipfels.

III. Lavendel zu seinen Füßen

Man muss ihn nicht erklimmen. Die östliche Anfahrt über Sault quert ein Hochplateau, das sich im Juli blau von Lavendel färbt, der Berg stets am Horizont; unten im Westen liegen die Weinberge der Côtes du Ventoux und die Bergdörfer der Dentelles de Montmirail. Der Riese gibt dem ganzen Land seine Kulisse.

Das praktische Notizbuch · Carnet pratique

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Anreise
Am besten mit dem Auto aus Avignon oder Orange, etwa eine Stunde; Bédoin und Sault sind die üblichen Basen.
Wann
Juni bis September; die Gipfelstraße sperrt im Winter mit Schnee, und der Wind kann sie in jedem Monat schließen.
Unterkunft
Crillon le Brave, ein zum Hotel gewordenes Bergdorf, der Riese füllt den Blick.
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Die Autorin · L’auteur

Élise Marchand

Reiseredakteurin — mit Sitz in Marseille

Élise fährt für das Journal seit der ersten Ausgabe die Nebenstraßen des Midi ab. Sie bezahlt ihre Zimmer und ihre Mittagessen selbst — und schreibt nur über Orte, an die sie zurückkehren würde.

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