Mittelalterliche Mauern, die sich aus einer flachen Ebene unter weitem Himmel erheben
Fotografie — Aigues-Mortes, Gard
Die große Reportage · Gard

Aigues-Mortes und das rosa Salz

Eine ummauerte Stadt, die ein König baute, um das Meer zu erreichen, Wehrmauern, die man rundum begeht, und die Salzlagunen, die am Rand der Camargue rosa anlaufen.

Von der RedaktionAigues-Mortes, Gard
Frühjahr 20268 Min. Lesezeit

Aigues-Mortes erhebt sich aus dem flachen Sumpf der westlichen Camargue, ein vollständiger Ring mittelalterlicher Mauern, allein auf der Ebene. Ludwig IX. — der heilige Ludwig — ließ hier im 13. Jahrhundert den Hafen bauen, um dem Königreich Frankreich ein eigenes Tor zum Mittelmeer zu geben, und stach von hier zweimal zum Kreuzzug in See. Das Meer hat sich seither zurückgezogen; die Mauern bleiben.

I. Die Mauern, die der heilige Ludwig baute

Man begeht die Wehrmauern ringsum, ein Rundgang aus Türmen und Kurtinen über den Dächern. Der große Tour de Constance hält eine Ecke — Leuchtturm, Bergfried und später Gefängnis. Innerhalb der Mauern ist die Stadt ein dichtes Raster von Gassen um die Place Saint-Louis, wo der König in Stein zwischen den Platanen steht.

„Die Stadt hat sich seit sieben Jahrhunderten nicht bewegt; nur das Meer hat es sich anders überlegt.“

Aus dem Notizbuch
Ein mittelalterlicher Turm über stillem Wasser
Der Tour de Constance — gebaut, um einen Hafen zu bewachen, den das Meer seither verlassen hat.

II. Das Salz, das das Wasser rosa färbt

Östlich der Mauern dehnen sich die Salins du Midi, Lagunen, die wie seit der Antike noch für Salz bewirtschaftet werden. Im Spätsommer läuft das flache Wasser rosa an — das Werk einer mikroskopischen Alge, der Dunaliella salina — und das geerntete Salz türmt sich zu einem leuchtend weißen Berg, der camelle. Flamingos waten am Rand, in derselben Farbe wie das Wasser.

Rosa Salzlagunen unter weitem Himmel
Die Salzgärten bei Tagesausklang — das Wasser rosa, der Salzberg fängt das letzte Licht.

III. Der Rand der Camargue

Jenseits des Salzes beginnt die wahre Camargue — weiße Pferde, schwarze Stiere und die Gardians, die sie zu Pferd hüten. Der kleine Fischerhafen Le Grau-du-Roi liegt wenige Kilometer südlich, wo der westliche Arm der Rhône endlich das Meer erreicht, für das der heilige Ludwig eine befestigte Stadt brauchte.

Das praktische Notizbuch · Carnet pratique

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Anreise
Nîmes oder Montpellier, etwa 40 min mit dem Auto; im Sommer fährt ein kleiner Touristenzug ab Le Grau-du-Roi.
Wann
Im Spätsommer für das tiefste Rosa der Lagunen; im Frühling für die Flamingos und die Vögel.
Unterkunft
Mas de Peint, tiefer in der Camargue — eine bewirtschaftete Manade mit Zimmern, Richtung Le Sambuc.
E
Die Autorin · L’auteur

Élise Marchand

Reiseredakteurin — mit Sitz in Marseille

Élise fährt für das Journal seit der ersten Ausgabe die Nebenstraßen des Midi ab. Sie bezahlt ihre Zimmer und ihre Mittagessen selbst — und schreibt nur über Orte, an die sie zurückkehren würde.

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