Wo die Camargue endlich ins Mittelmeer mündet, steht Saintes-Maries-de-la-Mer, eine niedrige weiße Stadt um eine Kirche geschart, die eher einer Festung gleicht. Es ist die Hauptstadt des Deltas und das Ende des Landes — dahinter nur Strand, Salz und Meer, und dahinter die Sümpfe der weißen Pferde und der rosa Flamingos.
I. Die Festungskirche
Die Kirche der Saintes-Maries erhebt sich zinnenbewehrt und fast fensterlos über den Dächern, im Mittelalter erbaut, um die Stadt vor Seeräubern zu schützen. Steigen Sie auf ihre Dachterrasse, des ganzen flach bis zum Horizont gelegten Deltas wegen. Drinnen, in der Krypta, steht die Statue der Sara — Sara la Noire, die Schwarze — umgeben von Kerzen und den Gaben derer, die zu ihr kommen.
„Eine Kirche, gebaut wie ein Fort, am äußersten Rand des Landes.“
II. Die Zigeunerwallfahrt
Die Legende sagt, die zwei Marien — Maria Salome und Maria Jacobäa — landeten hier nach der Kreuzigung per Boot, mit ihrer Dienerin Sara, die zur Schutzpatronin der Roma wurde. Jedes Jahr am 24. und 25. Mai versammeln sich die Roma Europas, um ihre Statue in einer Prozession aus Pferden, Trachten und Gesang zum Meer zu tragen — eines der bewegendsten Feste des Südens.
III. Das Delta vom Sattel aus
Die Stadt ist die natürliche Basis für das wilde Herz der Camargue — die Gardians reiten noch die weißen Pferde, um die schwarzen Stiere durch die Sümpfe zu treiben, und die Ställe ringsum bieten Besuchern den Sattel. Entlang der Digue à la mer, dem Seedeich, geht man zwischen den Lagunen und dem Strand, die Flamingos heben beim Vorbeigehen vom Wasser ab.