Grasse liegt in den Hügeln hinter Cannes und ist seit dreihundert Jahren die Welthauptstadt des Parfums. Es begann als Stadt der Gerber; als parfümierte Handschuhe in Mode kamen, wandten sich die Gerber dem Duft zu, das milde Klima gab ihnen die Blumen, und das Handwerk ist nie gegangen. Die ganze Kunst der Parfümerie, so die UNESCO, wird hier am Leben gehalten.
I. Die Stadt, die nach Blumen riecht
Die Altstadt steigt in steilen, gestuften Gassen aus warmem Stein, und drei der großen Häuser — Fragonard, Galimard und Molinard — öffnen ihre Türen, um zu zeigen, wie es geht, von den Blumen bis zur Brennblase. Das Musée International de la Parfumerie erzählt die längere Geschichte; überall trägt die Luft etwas.
„Eine Stadt der Gerber, die lernte, den Frühling in Flakons zu füllen.“
II. Die Blumen und die Felder
Die Düfte beginnen auf den Feldern um die Stadt — die Rose de Mai, im Mai gepflückt, der Jasmin im Spätsommer im Morgengrauen vor der Hitze, Tuberose und Orangenblüte, die in die großen Parfums gehen. Eine Handvoll Erzeuger beliefert die berühmten Häuser noch namentlich; der Jasmin von Grasse bleibt einer der kostbarsten Rohstoffe der Parfümerie.
III. Fragonards Stadt
Grasse gab Frankreich auch einen Maler — Jean-Honoré Fragonard, hier 1732 geboren, dessen leichte Hand das Museum zeigt, das seinen Namen trägt. Zwischen den Parfümhäusern und den Galerien ist die Stadt ein leichter Tag von der Küste, und ein kühlerer: Sie liegt hoch genug, der Augusthitze von Cannes darunter zu entkommen.