Ockerfarbene Häuser, gestapelt über einem tiefblauen Naturhafen
Fotografie — Villefranche-sur-Mer, Alpes-Maritimes
Die große Reportage · Alpes-Maritimes

Villefranche-sur-Mer, der tiefe Hafen

Einer der tiefsten Naturhäfen des Mittelmeers, ein Stapel ockerfarbener Häuser darüber, eine von Cocteau bemalte Kapelle und eine überdachte mittelalterliche Gasse. Villefranche, an der Côte d’Azur.

Von der RedaktionVillefranche-sur-Mer, Alpes-Maritimes
Frühjahr 20268 Min. Lesezeit

Gleich östlich von Nizza beißt sich die Küste zur Rade de Villefranche ein, einem der tiefsten Naturhäfen des Mittelmeers — tief genug, dass Marinen und Ozeandampfer hier seit Jahrhunderten ankern. Über dem Wasser stapelt sich die Stadt in Ocker, Rot und Gelb, ein einziger Vorhang alter Häuser, das Blau der Bucht zu ihren Füßen.

I. Der Hafen und die Altstadt

Die Uferfront ist eine Reihe von Fischerhäusern, zu Cafés geworden, der Port de la Santé landet noch den Tagesfang. Dahinter steigt die Altstadt in Treppengassen zur Citadelle Saint-Elme, dem Fort des 16. Jahrhunderts auf der Spitze — und durch sie läuft die Rue Obscure, eine gewölbte mittelalterliche Gasse, seit siebenhundert Jahren überdacht.

„Ein Hafen tief genug für einen Ozeandampfer, eine Stadt klein genug für zehn Minuten zu Fuß.“

Aus dem Notizbuch
Ein gewölbter, dunkler mittelalterlicher Gang unter alten Häusern
Die Rue Obscure — eine überdachte Gasse, seit dem Mittelalter gewölbt.

II. Cocteaus Kapelle

Am Kai wurde die kleine Chapelle Saint-Pierre, einst Lager für die Netze der Fischer, 1957 von Jean Cocteau innen und außen ausgemalt — das Leben des heiligen Petrus und die Fischer von Villefranche in seiner leichten, geschwungenen Linie. Sie ist klein, seltsam und ganz die seine; die Schlüssel werden gleich nebenan am Kai verwahrt.

Eine tiefblaue Bucht zwischen grünen Landzungen
Die Rade de Villefranche — tiefes Wasser zwischen Nizza und Cap-Ferrat.

III. Zwischen Nizza und dem Cap

Villefranche liegt zwischen Nizza und der grünen Halbinsel Saint-Jean-Cap-Ferrat mit ihren Villen und Gärten, und der Küstenpfad um das Cap beginnt fast in der Stadt. Einen Zugsprung von Nizza, bewahrt es eine Ruhe, die die größeren Städte verloren haben — ein arbeitender Hafen, den das 20. Jahrhundert nie ganz zähmte.

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Anreise
Eine Station von Nizza an der Küstenbahn, etwa 6 min; die Altstadt fällt vom Bahnhof zum Hafen ab.
Wann
Frühling und Herbst; der Hafen ist im Licht des späten Nachmittags am schönsten.
Unterkunft
Welcome Hôtel am Kai, wo einst Cocteau selbst wohnte.
E
Die Autorin · L’auteur

Élise Marchand

Reiseredakteurin — mit Sitz in Marseille

Élise fährt für das Journal seit der ersten Ausgabe die Nebenstraßen des Midi ab. Sie bezahlt ihre Zimmer und ihre Mittagessen selbst — und schreibt nur über Orte, an die sie zurückkehren würde.

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