Gleich östlich von Nizza beißt sich die Küste zur Rade de Villefranche ein, einem der tiefsten Naturhäfen des Mittelmeers — tief genug, dass Marinen und Ozeandampfer hier seit Jahrhunderten ankern. Über dem Wasser stapelt sich die Stadt in Ocker, Rot und Gelb, ein einziger Vorhang alter Häuser, das Blau der Bucht zu ihren Füßen.
I. Der Hafen und die Altstadt
Die Uferfront ist eine Reihe von Fischerhäusern, zu Cafés geworden, der Port de la Santé landet noch den Tagesfang. Dahinter steigt die Altstadt in Treppengassen zur Citadelle Saint-Elme, dem Fort des 16. Jahrhunderts auf der Spitze — und durch sie läuft die Rue Obscure, eine gewölbte mittelalterliche Gasse, seit siebenhundert Jahren überdacht.
„Ein Hafen tief genug für einen Ozeandampfer, eine Stadt klein genug für zehn Minuten zu Fuß.“
II. Cocteaus Kapelle
Am Kai wurde die kleine Chapelle Saint-Pierre, einst Lager für die Netze der Fischer, 1957 von Jean Cocteau innen und außen ausgemalt — das Leben des heiligen Petrus und die Fischer von Villefranche in seiner leichten, geschwungenen Linie. Sie ist klein, seltsam und ganz die seine; die Schlüssel werden gleich nebenan am Kai verwahrt.
III. Zwischen Nizza und dem Cap
Villefranche liegt zwischen Nizza und der grünen Halbinsel Saint-Jean-Cap-Ferrat mit ihren Villen und Gärten, und der Küstenpfad um das Cap beginnt fast in der Stadt. Einen Zugsprung von Nizza, bewahrt es eine Ruhe, die die größeren Städte verloren haben — ein arbeitender Hafen, den das 20. Jahrhundert nie ganz zähmte.