Collioure ist der letzte echte Hafen vor Spanien, ein katalanischer Hafen, wo die Pyrenäen ans Meer treten — rosa und ockerfarbene Häuser um eine Bucht, ein kuppelgekrönter Glockenturm im Wasser und ein Licht so rein, dass zwei Maler hier eine neue Art zu sehen erfanden. Klein, hat es seinen Ruhm mehrfach verdient.
I. Der Glockenturm und die Burg
Die Kirche Notre-Dame-des-Anges steht direkt am Ufer, ihr runder Glockenturm ein ehemaliger Leuchtturm, an dem sich die Boote noch ausrichten. Daneben füllt das Château Royal, einst Burg der Könige von Mallorca, die Landzunge zwischen den beiden kleinen Stränden. Gehen Sie die Kais in der Dämmerung, wenn die Farbe aufkommt und der Glockenturm gegen das Meer glüht.
„Ein Hafen so grell, dass zwei Maler die Regeln wegwarfen und es Fauvismus nannten.“
II. Wo der Fauvismus begann
Im Sommer 1905 malten Henri Matisse und André Derain hier Seite an Seite und warfen alles über Bord, was man sie über Farbe gelehrt hatte — die heftigen, freudigen Leinwände, die sie in jenem Herbst nach Paris schickten, wurden Fauvismus getauft, die wilden Tiere. Reproduktionen auf Staffeleien in der Stadt markieren die genauen Orte; das Licht, das sie aufschreckte, ist unverändert.
III. Die Reben und die Sardellen
Die Hügel dahinter steigen in Trockenstein-Terrassen aus Reben, von Hand bearbeitet, die die Rotweine von Collioure und den süßen Banyuls nebenan hervorbringen. Und die Stadt salzt seit Jahrhunderten Sardellen — zwei Familienhäuser legen sie noch von Hand ein, und ein Filet auf Brot mit dem Öl von hier ist das einfachste gute Essen der ganzen Küste.